Gut zu wissen!

Strategie und Multi-Asset-Fonds


Langfristig Geld mit Erfolg anzulegen erfordert strategisches Vorgehen. Risikostreuung ist dabei der wichtigste Grundsatz. Für den Kapitalzuwachs nach vielen Jahren oder gar Jahrzehnten kommt es dann nicht auf die einzelne taktische Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Aktie oder Anleihe an, sondern die sogenannte "strategische Asset Allocation", also
die Entscheidung, welche Asset-Klassen wie stark berücksichtigt wurden.


Die alte Idee der Mischfonds hat in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung "Multi-Asset-Fonds" eine Renaissance erlebt. Dabei gibt es fließende Grenzen zwischen klassischen Mischfonds und modernen Multi-Asset-Fonds, sodass es letztendlich zu einer Frage der Definition wird, ob Misch- und Multi-Asset-Fonds etwas Verschiedenes sind. Der Begriff "Multi-Asset" erhebt zumindest den Anspruch, in "viele" Asset-Klassen zu investieren.

 

Das dafür unisono angeführte Argument ist die breite Diversifikation, die vor allem das Gesamtrisiko eines dermaßen breit gestreuten Portfolios verringern soll. Unter Rendite-Gesichtspunkten stößt die Sinnhaftigkeit breiter Risikostreuung aber irgendwann an Grenzen.

 

Mit steigendem Anlagehorizont sollte die "produktive Sachwertanlage" Aktie höher gewichtet werden als verzinsliche Anlagen. Oft werden Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle als weitere Asset-Klassen empfohlen. Aus dem Blickwinkel der Risikostreuung macht das in begrenztem Umfang Sinn; die langfristige Rendite eines Gesamtportfolios wird aber von Aktien getragen.


Bei der Anlage in Fremdwährung kann man zwar die für andere Währung zu diesem Zeitpunkt üblichen Zinsen erhalten. Diese erhält ein dort heimischer Anleger aber auch. Dagegen wird für das im Euro-Raum vorhandene Währungsrisiko keine Prämie gezahlt. Noch schlechter fällt die langfristige Rendite bei Rohstoffen aus, einschließlich Edelmetallen. Hier verzichtet man
gänzlich auf eine Verzinsung. Die Anlage in Rohstoffen kommt also dem Tausch in eine zinslose Fremdwährung gleich: Ein Gewinn entsteht nur, wenn es zu einem Preisanstieg kommt. Das aber ist Spekulation. Anders verhält es sich bei Aktien, die ja eine Beteiligung an produktiven Unternehmen verbriefen.